Oft gestellte Fragen

Zu Hause kann ich mit meinem Kind auch spielen - wozu also Ergotherapie?

Sie sollten sogar viel mit Ihrem Kind spielen und dadurch seine Entwicklung fördern. 

Durch Spiele gelingt es den Therapeuten eine offene und vertrauensvolle Beziehung zum Kind herzustellen, denn Spiele sind ein bekanntes Medium von zu Haus und aus dem Kindergarten. Durch das Spielen verarbeiten die Kinder ihre Emotionen und Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt. Spiele werden eingesetzt, um die Kinder zu motivieren und zu
begeistern.
So können spielerisch Fähigkeiten und Fertigkeiten geschult werden, die das Kind sonst meidet bzw. welche noch nicht altersentsprechend entwickelt sind.

Die Zielsetzungen beim Einsatz dieses Mediums sind sehr vielfältig, da der Mensch ganzheitlich angesprochen wird. Beispielsweise kann durch den
gezielten Einsatz eines Spieles die Grob- und Feinmotorik,
Auge-Hand-Koordination sowie die Geschicklichkeit geschult werden.

Das Einhalten von Spielregeln, die Handlungsplanung, Merkfähigkeit, Konzentration und Ausdauer lassen sich verbessern.

Der Einsatz erfolgt entgegen dem Spielen in der Freizeit ergebnis- und zielorientiert. Fakt ist, Ergotherapeuten spielen mit dem Kind in der Behandlungseinheit eigentlich gar nicht. Vielmehr ist das Spielzeug das “therapeutische Medium” das für das Kind altersgerecht verwendet werden kann.

Ähnlich wie der Gespächstherapeut, die Sprache verwendet, nutzt
demnach der/ die Ergotherapeut/in das Spielzeug um das Kind in neuen,
oder schwierigen Situationen Dinge üben zu lassen, die es ansonsten
gemieden hätte.

 

Kann ich als Elternteil die Therapie unterstützen?

Die direkte Bezugspersonen ist zur  Unterstützung  sehr wichtig.
Günstig ist ein reger und aktiven Austausch mit dem Therapeuten, um
ihre Erwartungen zu den Therapiezielen zu besprechen und
mitgestalten. Eltern/Partner sollten dem Therapeuten ihre Beobachtungen
(positive und negative) stets mitteilen um erreichte Teilerfolge weiterhin zu
fördern und somit zur Stabilisierung beizutragen. Erfolge bzw. Veränderungen
sollten sie bewußt erkennen und in künftiges Verhalten und den Umgang mit ihren
Kindern oder Angehörigen einfließen lassen.
Dazu gehört natürlich auch die  Unterstützung zur regelmäßigen Teilnahme und der Einhaltung der vereinbarten
Termine.

Soll ich als Elternteil in der Therapie dabei sein?

Eltern werden meist nur zu Anfang mit in die Behandlungsräume genommen.

Das Kind bekommt dadurch Sicherheit, außerdem sehen die Eltern, was in der Therapie geschieht und wie eine Therapie - Einheit abläuft.
Um die Autonomie des Kindes zu fördern dürfen die Eltern ihr Kind dann alleine mit dem Therapeuten lassen. Dies ist auch in verschiedenen Befundungssituationen sinnvoll, da sich manche Kinder mit die Anwesenheit iher Eltern anders Verhalten.( z.B  bei Fragebögen zur Selbsteinschätzung)

Grundsätzlich sind Eltern, Geschwister und Partner herzlich eingeladen, von Zeit zu Zeit die Therapie zu besuchen oder auch mal durch Selbsterfahrung auszuprobieren was da gemacht wird.

Was kann ich als Elternteil zu Hause für mein Kind tun?

Grundsätzlich gilt: Alles was förderlich und im Rahmen des "Machbaren" liegt
um die in der Therapie angestrebten Ziele so weit wie möglich in das
Alltagsgeschehen des Patienten miteinfließen zu lassen, kann getan werden Je
umfangreicher die Förderung, desto wahrscheinlicher der Therapieerfolg.
Spezielle und konkrete Übungs- und Fördermöglichkeiten sind
vom Störungsbild jedes Patienten individuell abhängig - bitte mit dem
Therapeuten besprechen.

Mein Kind bekommt Logopädie, warum sollen wir noch in die Ergotherapie ?

Verzögerungen in der Sprachentwicklung treten selten isoliert autreten auf. Oft sind auch andere Entwicklungsbereiche beeinträchtigt. So findet sich oft begleitend eine Defizite in der Körperwahrnehmung, in der Muskelspannung, in der Hörwahrnehmung, in der Aufmerksamkeit und/oder in der Grob- und Feinmotorik.
Beispiel Feinmotorik:
Hierunter verstehen wir die Funktionen, die von der sensomotorischen Steuerung vieler kleiner Muskeln abhängig sind: Fingermotorik, Mundmotorik, Augenmotorik.
Da die Gehirnregionen für eben diese Bereiche sehr eng nebeneinander liegen ist es oft sinnvoll, nicht nur die Mundmotorik, sondern auch die Augen- und Feinmotorik zu beüben. Daher erfolgt die Ergotherapie häufig in Kombination mit einer Logopädie.


Wie ist der erotherapeutische Ansatz bei sprachverzögerten Kindern?

In der Ergotherapie erfolgt die Behandlung bei sprachentwicklungsverzögerten Kindern im handlungsorientiertem Ansatz. Das bedeutet, dass an verschiedenen Ebenen und Wahrnehmungsbereichen angesetzt wird und das Kind zum Handeln/ zur Eigenaktivität ermutigt wird (Ergo-Therapie kommt von "ergon", was soviel wie "tun/handeln" bedeutet).
Es wird zudem darauf geachten, das Handeln des Kindes oder des Therapeuten bewusst sprachlich zu begleiten.