Was sind sensorische Integrationsstörungen?

Sensorisch-integrative Dysfunktionen können sich als Störungen der Praxie oder als Störungen der sensorischen Modulation äußern. Im ersten Fall ist die Bewegungsplanung und -ausführung beeinträchtigt; im zweiten Fall ist die Fähigkeit zur Regulierung der eigenen Reaktionen auf Sinnesreize betroffen. Es kommt zu Über- oder Unterreaktionen, die ein situationsangemessenes Handeln
unmöglich machen können. Betroffene Kinder wirken ungeschickt, stoßen überall an und neigen auf der Schaukel zu Schwindel und Übelkeit. Andere Kinder möchten nicht berührt werden oder meiden den Kontakt zu bestimmten Materialien oder Gegenständen. Diese Besonderheiten können die Handlungsfähigkeit, das
Bewegungsverhalten, die sozialen Beziehungen, die Aufmerksamkeit und das Erlernen schulischer Grundfertigkeiten - speziell das Lesen, Schreiben
und Rechnen - stark beeinträchtigen.

 

Jeder Behandlung geht eine differenzierte Befunderhebung voraus. Sie beginnt mit einer ausführlichen Befragung zur bisherigen sensomotorischen Entwicklung.
Es folgen strukturierte und gezielte Beobachtungen und - wenn nötig – spezielle, standardisierte Test zur Entwicklung der Sensorischen Integration. Aus der Befragung, Beobachtung und den Tests ergibt sich ein ergotherapeutischer Befund, der Stärken und Schwächen der sensorischen Verarbeitung aufzeigen soll und im Sinne einer prozessualen Förderdiagnostik fortgeschrieben wird. Gemeinsam mit den Kindern und Eltern wird daraus, je nach Problemstellung und Auftragslage, ein konkret anzustrebendes Behandlungsziel zur Verbesserung der sensorisch
integrativen Funktion formuliert.



Wie sieht die Si Behandlung aus?

Die Therapie beginnt an der Basis, bei der Körper- und
Bewegungswahrnehmung. Sie nutzt die Plastizität des Nervensystems
und den inneren Antrieb des Patienten.
Entsprechend dem
Befund werden dem Patienten sensorische Angebote gemacht, die
im Rahmen seines Leistungsniveaus eine Herausforderung darstellen, motorische Aktivitäten zu entwickeln. Diese haben immer einen inneren Bezug für das Kind bzw. den Patienten und sind handlungsorientiert. Das Kind lernt durch seine Eigenaktivität, zu immer neuen Erfahrung zu gelangen, die ihm die Tür zu weiteren
Entwicklungschritten öffnen.Die Angebote werden in Art und Dosierung ständig kontrolliert und der Reaktion des Kindes angepasst. Hierbei werden vorwiegend die taktile, propriozeptive und vestibuläre
Sinneswahrnehmung angesprochen. Der Therapeut nutzt hierbei sein spezielles Wissen über die Wirkung der Sinne aufeinander.